Vorfuß-, Mittelfuß- oder Rückfußlaufstil

Vorfuß-Laufstil

Sieht man den evolutionären Ursprung, so wurden früher nicht in Laufschuhen gelaufen sondern barfuss oder mit Pelz/Leder umwickelten Füßen. Daraus ergibt sich der natürliche Ursprung des Vorfuß-Laufens. Im täglichen Training ist der Bodenkontakt über den Vorfuß notwendiger als oft angenommen. Wichtige Trainingseinheiten aus den Bereichen Schnelligkeit, Kraft und Koordination lassen sich nur optimal über den Vorfuß trainieren und dann auch wirksam umsetzen.

-> So lässt sich z.B. die individuell maximale Schrittfrequenzen und kurze Bodenkontaktzeiten nur über den Vorfuß erreichen.

Daraus folgt: Für kürzere Wettkampf-Strecken ist der Vorfuß-Laufstil die günstigere Variante, weil durch höhere Krafteinsätze größter Vortrieb erzielt werden kann. Energie sparen wird dabei als zweitrangig angesehen.

 

Mittelfuß-Laufstil

Mit zunehmender Streckenlänge und abnehmender Geschwindigkeit wird zunehmend auf dem ganzen Fuß aufgesetzt, also über den Mittelfuß (sprich Mittelfuß-Laufstil).

!!!Und das sollte dann der logische Kompromiss sein!!!!

Durch ansteigende Ermüdung und längere Bodenkontaktzeiten wird sauberes Vorfuß - Laufen immer Kraftraubender und dadurch schwierig. Über den ganzen Fuß lässt sich aber trotzdem der gewohnte Rhythmus mit entsprechendem Vortrieb umsetzen.
Ein weiteres Argument für Vor-, und Mittelfuß - Laufen ist die günstigere Abfederung der Aufprallenergie durch die Wadenmuskulatur und die weitaus geringere Stoßbelastung auf den passiven Bewegungsaparat beim Aufsetzen (sprich Landen) des Fußes mit dem Mittelfuß.

 

Rückfuß-Laufstil

Dieser Laufstil wird meist als Kraftsparender und ökonomische propagiert. Als ein Argument wird die günstigere Verteilung der Energie für die Vorwärtsbewegung auf viele Muskelgruppen angesehen. Ein weiterer Grund sollen ausgeprägter Belastungs- und Entlastungs- Phasen sein. Eine wissenschaftliche Beweislage dafür ist jedoch sehr schwierig zu führen. Leider verursachen ausgeprägte Be- und Entlastungsphasen, in Verbindung mit etwaigen Fuß- oder Beinfehlstellungen, oft orthopädische Probleme.

Viele Marathonläufer -Innen sind jedoch auch mit dem Rückfuß - Laufstil schnell unterwegs, da bei langen Strecken der größtmögliche Vortrieb nicht allein entscheidend ist.

Auch bei diesem Laufstil ändert sich der erste Bodenkontakt mit Veränderung der Laufgeschwindigkeit und es folgt eine automatisierte optimale Anpassung.

Aber wie schon erwähnt ist es physiologisch günstiger bestimmte Trainingsbereiche auf dem Vorfuß zu absolvieren. Als Rückfuß - Läufer sollte man also auch lernen auf dem Vor- und Mittelfuß zu laufen. Vorraussetzung dafür ist jedoch unter anderem das Antrainieren eines höheren Kraftniveaus, mit dementsprechenden Übungen aus dem Lauf- oder Sprung ABC, die oftmals auch als Laufschule bekannt.

Das Hauptargument gegen den Rückfußlaufstil ist die höhere Belastung auf den passiven Bewegungsaparat. Diese Belastung resultiert aus den höheren Bremskräfte bei der Landung des Fußes weit vor dem Körperschwerpunkt. Und das im Gegensatz zum Vor- oder Mittelfußlaufstil, bei dem der Fuß, bei der Landung, unter oder knapp vor dem Körperschwerpunkt den Boden berührt.

 

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